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Alzheimer - Eine krankheit die Angst macht

Alzheimer - diese Diagnose löst bei Betroffenen und Angehörigen gleichermaßen Erschrecken aus. Eine verständliche Reaktion, denn die Krankheit berührt den Menschen in seinem tiefsten Innern, in seiner Persönlichkeit. Sie lässt die Vergangenheit verlöschen, zerstört die Orientierung in der Gegenwart und nimmt die Zukunft. Kein Wunder, dass die Alzheimer-Krankheit zu den gefürchtetsten Diagnosen überhaupt gehört.
Aber Angst, Unwissenheit und Panik sind keine guten Ratgeber - auch nicht bei einer so schlimmen Erkrankung. Stattdessen sollte jeder, der mit ihr zu tun hat, möglichst viel darüber wissen. Denn es gibt bis heute zwar keine Heilung, aber mit moderner Medizin und liebevoller Betreuung lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung deutlich aufhalten.

Altern heißt nicht vergessen

Oft wird angenommen, Verwirrung gehöre grundsätzlich zum Alter. Gerne spricht man dann auch von "Verkalkung". Beides stimmt so nicht. Der Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit ist kein normaler Prozess bei älteren Menschen, sondern eine behandlungsbedürftige Krankheit wie jede andere körperliche Störung auch. Ärzte nennen den schleichenden Verlust der Denkfunktionen "Demenz", abgeleitet vom lateinischen Wort für Unvernunft.
An einer Demenz leiden in Deutschland etwa 1,2 Millionen Menschen - mit steigender Tendenz. Der Grund: Das Risiko steigt mit dem Alter. So leidet im Alter zwischen 65 und 69 Jahren jeder Zwanzigste daran, aber zwischen 80 und 90 ist schon fast jeder Dritte betroffen. Weil in unserer Gesellschaft der Anteil älterer Mitbürger zunehmen wird, erwartet man auch eine Zunahme an Demenzkranken. So rechnen Experten für das Jahr 2030 mit 2,5 Millionen Betroffenen. Obwohl jeder zweite Mensch über 90 an einer Demenz leidet, sollte man nicht vergessen, dass die andere Hälfte dieser Altersklasse unverändert geistig fit bleibt. Das belegen prominente Hochbetagte wie die Schauspieler Inge Meysel und Johannes Heesters.


Fachleute unterscheiden 2 Formen des Vergessens:


Man erkennt leicht an der Einteilung: Nicht jede Demenz ist eine Alzheimer-Krankheit, aber jeder Alzheimer ist eine Demenz und gehört zu den primären Formen. Diese primären Formen treten übrigens am häufigsten auf und machen 90 Prozent aller Demenzfälle bei über 65-Jährigen aus.

Lernen und erinnern: Fähigkeiten des Menschen


Was unterscheidet uns Menschen von Tieren? Sicher gehört dazu als Wichtigstes die einzigartige Fähigkeit, sich neue Sinneseindrücke zu merken und sie sinnvoll einzuordnen. Dieser Vorgang des Lernens ist eine elementare Voraussetzung für jede Form von menschlicher Kultur. Wo wir auch hinblicken - in unserer modernen Zeit gilt es überall und ständig mehr oder weniger schwierige Aufgaben zu lösen. Wir müssen wissen, wie man eine Kaffeemaschine, einen Herd und ein Bügeleisen richtig bedient (und dass man ein Gerät am Ende auch abschalten muss). Für jeden noch so kleinen Handgriff brauchen wir die Fähigkeit, zu lernen und zu erinnern, alles sinnvoll einzuordnen. Lernen und Erinnern sind zugleich Voraussetzungen für jede Form von Orientierung.

Demenz - allein in einer fremden Welt


Alle diese beschriebenen Fähigkeiten verliert der Demenzkranke mehr und mehr. Und was noch schlimmer ist: Er kann nichts Neues mehr lernen. Das bedeutet: Es wird immer schwieriger, sich an Mitmenschen zu erinnern und sich in der gewohnten Umgebung zurechtzufinden. In einer neuen Umgebung kommt er erst recht nicht zurecht, da er sich die neuen Eindrücke nicht merken kann. Ein Gesunder kann sich die Qualen eines Demenzkranken annähernd anhand des folgenden Bildes vorstellen, das aus einem Albtraum stammen könnte:
Stellen Sie sich vor, man setzt Sie mutterseelenallein in einer chinesischen Kleinstadt aus, wo Sie weder die Sprache kennen noch irgendetwas lesen können. Überall stoßen Sie auf völlig unverständliche Gebräuche wie das Essen mit Stäbchen.

Das Vergessen kommt schleichend


Am Anfang stehen kleine Fehler und typische, durch Gedächtnisstörungen hervorgerufene Symptome:


Weil kleinere Unsicherheiten bei der Merkfähigkeit bekanntlich auch bei Gesunden gelegentlich vorkommen können, wird der Beginn der Krankheit von den Betroffenen und ihren Angehörigen so leicht übersehen. Aber es gibt auch einiges, bei dem schon der Laie an eine Demenz denken und den Betreffenden zum Arzt schicken sollte. Zum Beispiel fällt es jedem von uns gelegentlich schwer, das korrekte Datum anzugeben. Weiß nun aber jemand auch nicht das Jahr oder die gerade herrschende Jahreszeit, ist das sicherlich keine normale Vergesslichkeit mehr und erfordert unbedingt eine ärztliche Untersuchung.
Auch die örtliche Orientierung fällt schwer. Die Kranken finden den Heimweg nicht oder verlaufen sich im Supermarkt.

Möglicher Weise fällt folgendes auf:

Wie äußert sich eine Demenz ?


Zu Beginn der Erkrankung merken die Betroffenen oft recht genau, dass etwas mit ihnen nicht stimmt und dass ihnen Fertigkeiten abhanden gekommen sind, die man von ihnen erwartet. Das ist ihnen - verständlicherweise - äußerst unangenehm und peinlich. Daher versuchen sie ihre Einschränkungen zu verbergen - mitunter auf sehr geschickte Weise. So bitten sie andere mit den Worten "Können Sie mir das gerade mal machen?" und führen als Erklärung an "Ich habe keine Zeit dafür" oder "Ich habe meine Brille vergessen".
Besonders wenn sie noch im Berufsleben stehen, wo uneingeschränkte Leistungsfähigkeit verlangt wird, versuchen die Kranken mit solchen Strategien ihre Schwierigkeiten zu überspielen. Eine Zeit lang gelingt dies manchmal, aber dieses anstrengende "Doppelleben" führt irgendwann zu weiteren Problemen - spätestens dann, wenn es nicht mehr aufrechterhalten werden kann.

Floskeln statt Gespräche

Wenn die Demenz fortschreitet, verlernt der Kranke richtig zu sprechen und zu lesen. Zunächst funktioniert das Kurzzeitgedächtnis immer schlechter, sodass er langen Sätzen nicht mehr folgen kann. Schon kleine alltägliche geistige Herausforderungen empfindet der Betroffene als Überforderung. Er hört auf zu lesen, weil er das Gelesene ohnehin nicht mehr erfassen kann.

Aber auch Fernsehen fällt zunehmend schwerer, da die Inhalte zu schnell wechseln, um ihnen folgen zu können. Zudem verlieren die Betroffenen ihre Erinnerungen, mit denen sie Neues vergleichen könnten. Ihnen fällt im wahrsten Sinne des Wortes dazu nichts mehr ein. Oft überspielen sie dies mit bedeutungslosen Floskeln oder Gemeinplätzen, wie man sie von seichter Konversation kennt und die fast immer passen. Dazu gehören einfache Sätze über das Wetter oder Begrüßungsfloskeln wie "Wie geht es Ihnen?", "Lange nicht gesehen" oder Ähnliches. Fragen oder Satzteile werden häufig wiederholt. Sich im Gespräch auf Inhalte zu beziehen, ist jedoch kaum noch möglich.

Oft wird eine Hirnleistungsstörung erst in einem solchen mittleren Stadium erkannt, weil die Symptome nun deutlicher - und damit für jeden unübersehbar - werden. Auch die Fehlleistungen im alltäglichen Leben nehmen nun zu. Manchmal sind die Folgen von nicht abgeschlossenen Handlungen im Haushalt nur ärgerlich, wenn zum Beispiel die nasse Wäsche über Tage liegen bleibt. Gelegentlich entwickeln sich daraus aber auch gefährliche Situationen für die Kranken wie für ihre Umgebung - falls das Gas nicht abgedreht wird, die vergessene Herdplatte schon zu glühen beginnt oder sich ein heißes Bügeleisen durch den Stoff brennt.

Oft bleiben nur die Erinnerungen der Jugend


Zu Beginn der Krankheit schwindet nur das Kurzzeitgedächtnis. Der Betreffende kann dann nicht mehr korrekt angeben, was er wenige Stunden zuvor beim Frühstück gegessen hat, weiß aber noch recht genau ganze Szenen der Vergangenheit, wie Erlebnisse aus dem Krieg, plastisch zu schildern. Im weiteren Verlauf der Demenz lässt auch das Langzeitgedächtnis immer mehr nach.
Der Mensch verliert so allmählich seine Vergangenheit. Weil das, was zuletzt gelernt wurde, am geringsten im Gedächtnis verankert ist, wird es als Erstes vergessen. Erhalten bleiben hingegen die Erinnerungen aus der Jugend. Auf diese Weise bewegt sich der unglückliche Kranke immer weiter rückwärts in die Vergangenheit. Weil er von den letzten vierzig Jahren nichts mehr weiß, fühlt er sich womöglich dreißig Jahre alt. Das führt natürlich leicht zu grotesken Situationen. Denn der Demenzpatient erkennt seine Angehörigen nicht wieder. Wie soll denn auch eine alte Dame seine Frau sein, wenn er selbst doch "erst" dreißig Jahre alt ist?

Gerade diese Phase der Krankheit ist für alle Beteiligten besonders schwierig. Die Kranken selbst reagieren oft sehr gereizt oder gar aggressiv, wenn sie jemand - wie sie es empfinden - mit falschen Angaben verwirren will und sie immer mehr die Orientierung verlieren. Aber auch für die nächsten Angehörigen ist dies eine extrem schwere Zeit.
Nicht nur dass sie hilflos mit ansehen müssen, wie ihr Verwandter langsam seine geistigen Fähigkeiten verliert. Er erkennt sie auch nicht mehr und beginnt sie sogar manchmal ohne Grund zu beschimpfen.

Keine Kontrolle über den Körper



Zu Beginn der Krankheit schwindet nur das Kurzzeitgedächtnis. Der Betreffende kann dann nicht mehr korrekt angeben, was er wenige Stunden zuvor beim Frühstück gegessen hat, weiß aber noch recht genau ganze Szenen der Vergangenheit, wie Erlebnisse aus dem Krieg, plastisch zu schildern. Im weiteren Verlauf der Demenz lässt auch das Langzeitgedächtnis immer mehr nach.
Der Mensch verliert so allmählich seine Vergangenheit. Weil das, was zuletzt gelernt wurde, am geringsten im Gedächtnis verankert ist, wird es als Erstes vergessen. Erhalten bleiben hingegen die Erinnerungen aus der Jugend. Auf diese Weise bewegt sich der unglückliche Kranke immer weiter rückwärts in die Vergangenheit. Weil er von den letzten vierzig Jahren nichts mehr weiß, fühlt er sich womöglich dreißig Jahre alt. Das führt natürlich leicht zu grotesken Situationen. Denn der Demenzpatient erkennt seine Angehörigen nicht wieder. Wie soll denn auch eine alte Dame seine Frau sein, wenn er selbst doch "erst" dreißig Jahre alt ist?

Gerade diese Phase der Krankheit ist für alle Beteiligten besonders schwierig. Die Kranken selbst reagieren oft sehr gereizt oder gar aggressiv, wenn sie jemand - wie sie es empfinden - mit falschen Angaben verwirren will und sie immer mehr die Orientierung verlieren. Aber auch für die nächsten Angehörigen ist dies eine extrem schwere Zeit.
Nicht nur dass sie hilflos mit ansehen müssen, wie ihr Verwandter langsam seine geistigen Fähigkeiten verliert. Er erkennt sie auch nicht mehr und beginnt sie sogar manchmal ohne Grund zu beschimpfen.

Worin liegen die Ursachen der Demenz ?


Die Zerstörung des Gehirns macht nicht nach dem Befall der für das Kurzzeitgedächtnis zuständigen Bereiche Halt. Sie betrifft alle Regionen und führt so zu schweren Verhaltensstörungen. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit verändert sich auch die Persönlichkeit des Menschen.
So kommt es bei der Demenz vom Alzheimer-Typ besonders häufig zu einer quälenden Unruhe. Die Kranken nesteln ständig an der Kleidung herum und scheinen tagsüber ununterbrochen in Bewegung. Viele wandern aber auch ohne Orientierung in der Nacht umher und liegen dann während des Tages teilnahmslos im Bett. Bei ihnen ist der Tag- und Nachtrhythmus völlig gestört.

Andere wiederum werden extrem misstrauisch gegenüber ihrer Umgebung. Können sie dann etwas nicht finden, wie ihr Portemonnaie, vermuten sie, bestohlen worden zu sein. Dass sie den Geldbeutel vielleicht abgeben mussten, weil sie ihn sonst verloren hätten, haben sie dabei längst vergessen. Eine solche Vorstellung kann sich zu einer echten Wahnidee entwickeln und fördert neben der Unsicherheit über die fremde Umgebung Reizbarkeit und Aggressivität. Die kann sogar so weit gehen, dass sich der Kranke in seiner subjektiven Not nur noch mit körperlicher Gewalt helfen zu können glaubt. Auch diese Situationen stellen die Geduld von Angehörigen und Pflegekräften naturgemäß auf eine sehr harte Probe.

Alzheimer - die häufigste Demenzform


Zu Beginn des letzten Jahrhunderts beobachtete und beschrieb der deutsche Nervenarzt Dr. Alois Alzheimer als Erster die Symptome einer Demenz. Er begleitete Auguste D., seine Patientin, bis sie an ihrer Krankheit starb. Nach ihrem Tod untersuchte er das Gehirn und stellte die ausgedehnte Zerstörung von Hirnzellen fest. Nach Dr. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz, die Alzheimer-Krankheit, benannt.
Auch heute noch führt die Demenz irgendwann zum Tod, selbst wenn keine zusätzliche Krankheit vorliegt. Allerdings kann das viele Jahre dauern. Experten schätzen die Krankheitsdauer auf fünf bis zehn Jahre.

Wie kommt es zu dem großen Vergessen ?


Die Ursache jeder Demenz ist das Absterben der Nervenzellen im Gehirn. Warum dies geschieht, konnten die Wissenschaftler noch immer nicht enträtseln. Sie fanden allerdings schon eine ganze Reihe interessanter Zusammenhänge heraus.

Schon Dr. Alzheimer beobachtete, dass bei der Demenz schädliche Eiweiße, auch Amyloide genannt, im Gehirn verklumpen und sich fleckförmig in bestimmten Bereichen ablagern. Nervenzellen in der Nähe solcher Amyloid-Plaques können nicht mehr arbeiten.
Mehr wissen die Forscher über die Zusammenarbeit der Nervenzellen. Diese Neurone stehen über Botenstoffe (Transmitter) miteinander in Verbindung. So wird ein solcher Transmitter in den Spalt zwischen den Nervenzellen abgegeben, wandert zur Nachbarzelle und kann dort an einem bestimmten Ort, dem Rezeptor, andocken. An einen derartigen Rezeptor passt immer nur eine ganz bestimmte Transmittersubstanz wie ein Schlüssel in ein Schloss. Erreicht die Transmittersubstanz den richtigen Bindungsort, löst sie bei der Empfängerzelle eine Erregung aus. Man könnte also etwas vereinfacht sagen, dass die Nervenzellen über die Transmitter miteinander "sprechen".

Es gibt eine ganze Reihe von Transmittern im Gehirn, die alle bestimmte Aufgaben haben. Gibt es zu viel oder zu wenig von ihnen, gerät also das feine Zusammenspiel der Nervenzellen in Unordnung, dann kommt es zu neurologischen Störungen oder seelischen Krankheiten.
Ob Depression, Schizophrenie oder Schüttellähmung - immer fanden Forscher ein solches Ungleichgewicht der Überträgersubstanzen. Genauso verhält es sich auch bei einer Demenz: Hier spielen vor allem zwei Transmitter eine wichtige Rolle, Glutamat und Acetylcholin.


Den Wirkstoff Memantine kennen Nervenärzte schon seit Jahren und setzen ihn erfolgreich bei erworbenen Hirnschäden ein. Heute steht Memantine für die Behandlung der mittleren und schweren Alzheimer-Demenz zur Verfügung. Die bewährte Substanz verändert die schädlichen Auswirkungen von Glutamat an den Rezeptoren (so genannte NMDA-Rezeptoren). Statt das sinnlose Grundrauschen zu erhöhen, bewirkt der freigesetzte Transmitter unter dem Einfluss von Memantine die reguläre Anregung der Nervenzelle. Der Schlüssel dreht sich also nicht nur, sondern öffnet auch das Schloss. Auf diese Weise kommen Signale wieder an, die Fähigkeit zum Lernen bleibt erhalten.

Weil die Neuronen so zugleich vor der gefährlichen Überstimulation mit Glutamat geschützt und damit vor der Zerstörung bewahrt werden, spricht man auch von einem Schutz der Nervenzellen durch Memantine (Neuroprotektion).

Memantine ist gut verträglich. Für die zumeist älteren Alzheimer-Patienten, die oft noch unter Krankheiten am Herzen, Bluthochdruck oder Rheuma leiden und deshalb viele andere Medikamente nehmen müssen, ist das ein wichtiger Aspekt.

Sogar bei schwerer Alzheimer-Demenz kann Memantine noch eine Besserung der Hirnfunktionen erreichen. Damit können auch Alltagsfähigkeiten wie Anziehen, Waschen oder der Toilettengang länger erhalten bleiben. Das trägt wiederum dazu bei, dass die Kranken länger zu Hause betreut werden können und eine Heimeinweisung über lange Zeit vermieden werden kann. Natürlich haben es die Betreuer so auch viel leichter mit ihren Schützlingen. Erhalten die Patienten Memantine bereits im mittelschweren Stadium, verbessern sich ebenfalls ihre geistigen Leistungen. Die damit verbundenen Erfolgserlebnisse heben die Stimmung und verschaffen den Betroffenen mehr Lebensqualität. So entlastet die Therapie wiederum indirekt die Betreuer.

Weitere medikamentöse Behandlungsansätze

Wirkstoffe wie Donezepil, Rivastigmin und Galantamin verhindern, dass bereits gebildetes Acetylcholin im Ge-hirn
wieder abgebaut wird. So sorgen diese so genannten Acetylcholinesterase-Hemmer dafür, dass der Botenstoff länger zur Verfügung steht. Damit kann dieser auch die Weiterleitung von Informa-tionen im Gehirn verbessern. Die Acetylcholinesterase-Hemmer sind für die Behandlung von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz zugelassen.

Allerdings ist Acetylcholin nur der drittwichtigste Transmitter im Gehirn. Viel häufiger kommt der Botenstoff außerhalb des Gehirns vor, da er zum Beispiel die Übertragung der Befehle vom Gehirn an die Muskeln steuert. Die dritte Gruppe von Arzneimitteln soll die Durchblutung des Gehirns verbessern. Bei ihnen unterscheidet man chemische Stoffe, die so genannten Nootropika, und die Ginkgo-Extrakte. Sie sollen dafür sorgen, dass die Blutgefäße, die das Gehirn versorgen, durchgängig bleiben und auf diese Weise die Nervenzellen optimal ernährt werden. Schon aus dem Wirkmechanismus ergibt sich, dass diese Mittel vor allem beim Verdacht auf eine durch mangelnde Durchblutung bedingte Demenz sinnvoll sind.

Die unterschiedlichen Ansatzpunkte der Medikamente legen nahe, bei der Behandlung von Demenzkranken die Arzneimittel zu kombinieren. Möglicherweise wird so künftig therapiert.

16 Tipps für den Umgang mit Dementen:



Klare Anweisungen in einfachen, kurzen Sätzen geben.


Ein fürsorglicher, aber zugleich bestimmter und deutlicher Umgangston sollte angestrebt werden.


Wichtige Informationen bei Bedarf wiederholen - notfalls mehrmals.


Konkrete Angaben wie Zeit, Datum, Ort und Namen bieten Erinnerungshilfen.


Geduldig sein mit dem Kranken und ihm Zeit (Minuten, nicht Sekunden) für eine Reaktion oder Entgegnung geben.


Verständnisvoll sein - auch wenn es mitunter schwer fällt.


Sinnlose Diskussionen sollten vermieden werden. Statt auf der eigenen Meinung zu bestehen, sollte der Kranke abgelenkt werden oder der Betreuer sollte einlenken.


Anschuldigungen und Vorwürfe besser überhören.


Für Beständigkeit und Routine im Tagesablauf des Erkrankten sorgen.


Einfache Regeln und feste Gewohnheiten sind für alle älteren Menschen sehr hilfreich - ganz besonders jedoch für Demenzkranke.


Der Leistungsmaßstab, der für Gesunde gilt, kann bei Dementen nicht angewendet werden.


Loben bringt mehr als Kritisieren. Das kann man auch bei richtigem Reagieren des Kranken durch Worte, Berühren oder Lächeln ausdrücken.


Der Kranke braucht geistige Anregungen, die ihn nicht überfordern, und ganz besonders braucht er Gesprächspartner.
Begleiterkrankungen müssen rechtzeitig erkannt und behandelt werden - auch eine Aufgabe des Betreuers.


Ganz wichtig für ältere Menschen: ausreichende Ernährung und Flüssigkeitszufuhr sowie regelmäßige Bewegung.


Mit Fortschreiten der Demenz benötigt der Patient immer mehr Hilfe und Pflege von Angehörigen oder Externen. Zeichnet sich die Pflegebedürftigkeit ab, herrscht bei den Betroffenen oft Unsicherheit über die weitere Vorgehensweise. Pflegende, meist Angehörige des Patienten, "rutschen" z.B. wenn der Patient nach einem Krankenhausaufenthalt nicht mehr alleine zu Hause wohnen kann, oft in eine Pflegesituation hinein, ohne deren Ausmaß oder die Möglichkeiten der formellen Hilfe, z.B. durch Pflegedienste zu kennen. Hier ist wichtig, sich frühzeitig und umfassend über Entlastungsmöglichkeiten zu informieren.