Alzheimer - diese Diagnose löst bei Betroffenen und Angehörigen gleichermaßen Erschrecken aus. Eine verständliche Reaktion, denn die Krankheit berührt den Menschen in seinem tiefsten Innern, in seiner Persönlichkeit. Sie lässt die Vergangenheit verlöschen, zerstört die Orientierung in der Gegenwart und nimmt die Zukunft. Kein Wunder, dass die Alzheimer-Krankheit zu den gefürchtetsten Diagnosen überhaupt gehört.
Aber Angst, Unwissenheit und Panik sind keine guten Ratgeber - auch nicht bei einer so schlimmen Erkrankung. Stattdessen sollte jeder, der mit ihr zu tun hat, möglichst viel darüber wissen. Denn es gibt bis heute zwar keine Heilung, aber mit moderner Medizin und liebevoller Betreuung lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung deutlich aufhalten.
Unter Alltagskompetenz versteht man, dass ein Erwachsener die alltäglichen Aufgaben innerhalb seiner Kultur selbständig und unabhängig in einer eigenverantwortlichen Weise erfüllen kann.
Die "Eingeschränkte Alltagskompetenz" hat der Gesetzgeber mit Einfügen des § 45a in das SGB XI versucht zu präzisieren, um den seit dem 01.01.2002 "Berechtigten Personenkreis" festzulegen: Betroffen sind Pflegebedürftige in häuslicher Pflege, bei denen neben dem Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist. Dies sind Pflegebedürftige der Pflegestufen I, II oder III mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, bei denen der Medizinische Dienst der Krankenversicherung im Rahmen der Begutachtung nach § 18 SGB XI als Folge der Krankheit oder Behinderung Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens festgestellt hat, die dauerhaft zu einer erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz geführt haben.
Für die Bewertung, ob die Einschränkung der Alltagskompetenz auf Dauer erheblich ist, werden Bereiche aufgeführt wie z. B. Weglauftendenzen, Verkennen gefährlicher Situationen, Unfähigkeit zur Kooperation oder Strukturierung des Tagesablaufs oder aber auch anhaltende Zustände von Depression und Angst mit ihren Folgen.
Hier die Übersicht:
Eingeschränkte Alltagskompetenz liegt vor, wenn in wenigstens 2 Bereichen (davon mindestens 1 in den nachfolgend beschriebenen Bereichen von 1-9) erhebliche Schädigungen und Fähigkeitsstörungen auf Dauer vorliegen:
15 Tipps für den Umgang mit Dementen:
- Klare Anweisungen in einfachen, kurzen Sätzen geben.
- Ein fürsorglicher, aber zugleich bestimmter und deutlicher Umgangston sollte angestrebt werden.
- Wichtige Informationen bei Bedarf wiederholen - notfalls mehrmals.
- Konkrete Angaben wie Zeit, Datum, Ort und Namen bieten Erinnerungshilfen.
- Geduldig sein mit dem Kranken und ihm Zeit (Minuten, nicht Sekunden) für eine Reaktion oder Entgegnung geben.
- Verständnisvoll sein - auch wenn es mitunter schwer fällt.
- Anschuldigungen und Vorwürfe besser überhören.
- Sinnlose Diskussionen sollten vermieden werden. Statt auf der eigenen Meinung zu bestehen, sollte der Kranke abgelenkt werden oder der Betreuer sollte einlenken.
- Für Beständigkeit und Routine im Tagesablauf des Erkrankten sorgen.
- Einfache Regeln und feste Gewohnheiten sind für alle älteren Menschen sehr hilfreich - ganz besonders jedoch für Demenzkranke.
- Der Leistungsmaßstab, der für Gesunde gilt, kann bei Dementen nicht angewendet werden.
- Loben bringt mehr als Kritisieren. Das kann man auch bei richtigem Reagieren des Kranken durch Worte, Berühren oder Lächeln ausdrücken.
- Der Kranke braucht geistige Anregungen, die ihn nicht überfordern, und ganz besonders braucht er Gesprächspartner.
- Begleiterkrankungen müssen rechtzeitig erkannt und behandelt werden - auch eine Aufgabe des Betreuers.
- Ganz wichtig für ältere Menschen: ausreichende Ernährung und Flüssigkeitszufuhr sowie regelmäßige Bewegung.

